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Und alles wie aus Pappmaché

Und alles wie aus Pappmaché

Roman

von Yannic Han Biao Federer

E-Book

2019 Suhrkamp Verlag

200 Seiten

ISBN: 978-3-518-75952-3


EUR 12.99 inkl. MwSt.

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Spätsommer 2001 in der badischen Provinz. Im Fernsehen Bilder des einstürzenden World Trade Center. Jian ist sechzehn und in Sarah verliebt, schläft dann aber mit Anna, die sich gerade von Frank getrennt hat. Danach will Sarah nichts mehr von Jian wissen, Jian nichts mehr von Anna, und Frank ist mit sich selbst beschäftigt. Fünfzehn Jahre später steckt Anna in einer Dreiecksbeziehung, Frank verkriecht sich im Wald, und Jian erkennt Sarah auf Paparazzifotos wieder. Sie haben einander längst aus den Augen verloren, und doch erzählt Jian immer wieder von dem, was ihre gemeinsame Geschichte sein könnte.

Yannic Han Biao Federers Debütroman begleitet vier junge Menschen bei ihrer Suche nach Zugehörigkeit, nach Orientierung in einer immer disparater und brüchiger werdenden Welt. Er zeigt das Nebeneinander von Geschichte und Erleben und erzählt hellwach und klug von der Zeit, in der wir leben.

Yannic Han Biao Federer, geboren 1986, aufgewachsen in Südbaden, studierte Germanistik und Romanistik in Bonn, Florenz und Oxford. Er promoviert an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und arbeitet im Literaturhaus Köln. Erste Erzählungen sind in Literaturzeitschriften und Anthologien erschienen, 2016 erhielt er den Förderpreis der Wuppertaler Literatur Biennale, 2017 das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium, 2018 den Harder Literaturpreis und den Hauptpreis der Wuppertaler Literatur Biennale. Und alles wie aus Pappmaché ist sein erster Roman.

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1 Sarah

Cobiara, 2011

Und Sarah wollte damals ja nichts mehr von mir wissen, und ich habe dann auch so getan, als wollte ich nichts mehr von ihr wissen, obwohl ich immer sehr genau bemerkt habe, ob sie da war oder nicht da war, im Jugendzentrum oder auf dem Pausenhof oder im Schwimmbad. Im Jugendzentrum bin ich noch manchmal an ihr vorbeigegangen und habe so getan, als wäre sie nicht da, weil sie so tat, als wäre ich nicht da, und im Pausenhof stand sie immer mit Sevgi herum und manchmal auch mit Sevgis Schwestern und Cousins und deren Freunden, die eigentlich auf der Hauptschule waren, aber manchmal herüberkamen, obwohl sie das gar nicht durften, sie trugen Kappa-Jacken und Fila-Pullover und aufknöpfbare Adidas-Trainingshosen, nur ins Schwimmbad kam Sarah nie, deshalb habe ich sie damals auch nie im Bikini gesehen, und irgendwann war sie dann weg. Es hieß, ihre Eltern hätten sich scheiden lassen und sie sei mit ihrer Mutter nach Freiburg gezogen und gehe jetzt auf das Theodor-Heuss in St. Georgen oder auf das Goethe in der Innenstadt, aber Tobi meinte einmal, sie sei gar nicht zu ihrer Mutter gezogen, sondern in ein Wohnprojekt der Jugendhilfe, weil ihre Mutter Probleme habe. Und obwohl das mit Sarah und mir also nichts wurde und ich sie sonst auch kaum kannte, ist sie mir trotzdem nie ganz aus dem Kopf gegangen, und ab und zu habe ich an sie gedacht und mich gefragt, wie es ihr wohl geht und wie das wäre, wenn wir uns jetzt noch einmal über den Weg liefen, ob ich wieder so täte, als wäre sie nicht da, weil sie so täte, als wäre ich nicht da, und ob wir uns überhaupt erkennen würden, ob wir nicht aneinander vorbeiliefen, ohne es zu merken, weil vielleicht hat sie sich ja total verändert, und ich sehe auch nicht mehr aus wie früher. Aber ich habe sie dann sofort erkannt, weil am Ende habe ich Sarah doch noch im Bikini gesehen, in mehreren Bikinis sogar, Streifen waren da gerade sehr angesagt, und sie stand immer leicht zur Seite gedreht da und lächelte keck über ihre nackte Schulter, ein Bein angewinkelt, und so konnte man sehen, wie das Bikinihöschen geschnitten war, Regular, Wide Banded, Tanga oder Mikrobikini. Das war der erste Mikrobikini, den es bei H&M gab, habe ich gehört, und einige fanden es nicht gut, dass so etwas bei H&M angeboten wurde, weil es junge Frauen unter Druck setze, zu viel Haut zu zeigen, ja, fast nackt durch das Schwimmbad zu gehen, und einige Jahre später habe ich Sarah auch ganz ohne Bikini gesehen, weil es da mit ihrer Karriere schon bergab ging, Tobi meinte, ihr Typ sei einfach nicht mehr gefragt gewesen, ihre feinen Gesichtszüge, der Mund wie aus Glas, ihre schmale Figur, stattdessen sah man auf den Plakaten und in den Prospekten plötzlich nur noch Models mit riesigem Überbiss und ausufernden Oberlippen, und in einem Promiklatschblog habe ich gelesen, dass Sarah wegen irgendwelcher Drogendelikte in Madrid festsaß, und es gab diese Bilder, wie sie ungeschminkt aus einem Jeep steigt, in der InStyle und der Glamour und in Bild der Frau wurden diese Aufnahmen herumgereicht, als wollten sie sagen, guckt mal, wie heruntergekommen die aussieht, wahrscheinlich sind solche Geschichten einfach interessant und spannend für die Leute, bestimmt erregt es sie auch, dass eine, die es so weit geschafft hatte, auch wieder so tief fallen musste. Ich fand das gemein und widerlich, und trotzdem musste ich mir diese Fotos von Sarah immer wieder ansehen, sie hielt sich die ausgestreckte Hand schützend vors Gesicht, aber der Paparazzo hatte die Kamera rechtzeitig angehoben, sodass ihre Hand viel zu tief stand, und das Blitzlicht kam grell und beißend und nicht mehr indirekt und schmeichelnd aus Faltreflektoren oder stoffverhangenen LED -Panels wie bei den Modeshootings. Sarah trug ein graues Tanktop von Calvin Klein, die Schulterknoc

 
 

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